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<title>Amethyst</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Amethyst</span></h1>
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<p>Als <b>Amethyst</b> werden die violetten <a href="Variet%C3%A4t_(Mineralogie)" class="mw-redirect" title="Varietät (Mineralogie)">Varietäten</a> des Minerals <a href="Quarz" title="Quarz">Quarz</a> bezeichnet. Amethyst besteht wie Quarz aus <a href="Siliciumdioxid" title="Siliciumdioxid">Siliciumdioxid</a> (SiO<sub>2</sub>), jedoch mit zusätzlichen geringen <a href="Fremdatom" title="Fremdatom">Fremdbeimengungen</a> vor allem von <a href="Eisen" title="Eisen">Eisen</a> (Fe).
</p><p>Auch die meisten weiteren Eigenschaften wie <a href="Mohsh%C3%A4rte" class="mw-redirect" title="Mohshärte">Mohshärte</a> (7), <a href="Dichte" title="Dichte">Dichte</a> (2,65&nbsp;g/cm<sup>3</sup>), <a href="Spaltbarkeit" title="Spaltbarkeit">Spaltbarkeit</a> (keine) und <a href="Bruch_(Mineral)" title="Bruch (Mineral)">Bruch</a> (muschelig) sowie <a href="Strichfarbe" title="Strichfarbe">Strichfarbe</a> (weiß) und <a href="Glanz#Minerale" title="Glanz">Glanz</a> (Glas- bis Fettglanz) entsprechen denen von Quarz.
</p><p>Amethyst wird ausschließlich als <a href="Schmuckstein" title="Schmuckstein">Schmuckstein</a> verwendet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etymologie_und_Geschichte">Etymologie und Geschichte</h2></div>

<p>Die Herkunft des Namens aus dem griechischen ἀμέθυστος (<i>amethystos</i>), „dem Rausche entgegenwirkend“, drückt den alten Glauben aus, dass ein Träger von Amethyst gegen die berauschende Wirkung von <a href="Wein" title="Wein">Wein</a> gefeit sei. Ebenso sollte Wein aus einem Becher aus Amethyst nicht betrunken machen. Ursprünglich ergab sich dieser (Aber)glaube aus dem Brauch, den (Rot-)Wein mit Wasser zu verdünnen, welcher dann eine rötlich-violette (amethystfarbene) Färbung annahm. Gleichzeitig konnte man wesentlich mehr davon trinken, ohne gleich betrunken zu werden oder gar einen <a href="Kater_(Alkoholintoxikation)" title="Kater (Alkoholintoxikation)">Kater</a> erleiden zu müssen.
</p><p>Eine andere Variante der Namensgebung ist die, dass <a href="Bakchos" class="mw-redirect" title="Bakchos">Bacchus</a>, der Gott des Weines, ein junges Mädchen so erschreckte, dass es zu Kristall erstarrte. Daraufhin seufzte der Gott, und als sein Atem den Stein berührte, färbte er diesen purpur wie die Farbe des Weines.
</p><p>Dem Amethyst wurde auch eine <a href="Apotrop%C3%A4isch" class="mw-redirect" title="Apotropäisch">apotropäische</a> Wirkung gegen <a href="Verm%C3%B6gensdelikt" title="Vermögensdelikt">Diebstahl</a> nachgesagt. Dieser Umstand wird belegt durch frühgeschichtliche Grabfunde. <a href="Merowinger" title="Merowinger">Merowingerzeitliche</a> Gräber mit Amethyst zeigen, wenn überhaupt, Beraubungsspuren nicht im Bereich der Niederlegung der Steine (Halskette), auch dann nicht, wenn etwa goldene Schmuckanhänger ebenfalls hier zu finden waren. Möglicherweise gab es in dieser Epoche der <a href="Fr%C3%BChgeschichte" title="Frühgeschichte">Frühgeschichte</a> eine weitergehende (und heute nicht mehr rekonstruierbare) nachgesagte (Negativ-)Wirkung des Amethysts auf den Dieb.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Farbe">Farbe</h2></div>
<p>Die violette Farbe des Amethysts reicht von einem sehr hellen, leicht rosafarbenen bis zu einem sehr dunklen Violett.
</p><p>Die Verteilung der Farbe im Kristall ist meist unregelmäßig. Intensiver gefärbt sind für gewöhnlich Kristallsektoren, die parallel zum Haupt<a href="Rhomboeder" title="Rhomboeder">rhomboeder</a> {10-11} liegen. Dort konzentriert sich die violette Färbung in dünnen dunkelvioletten Bändern parallel zu den {10-11} und seltener {01-11}- Flächen.
</p><p>In diesen Sektoren weisen Amethyste eine unregelmäßige, feinlamellare <a href="Kristallzwilling" title="Kristallzwilling">Verzwillingung</a> nach dem Brasilianergesetz auf und die intensiv gefärbten Ebenen markieren diese Zwillingsebenen.
</p><p>Farbgebend sind Gitterdefekte, mit einem <a href="Eisen" title="Eisen">Fe</a><sup>4+</sup>-Ion in tetraedrischer Koordination, d.&nbsp;h. umgeben von vier <a href="Sauerstoff" title="Sauerstoff">Sauerstoffionen</a>, sogenannte <i>[FeO<sub>4</sub>]-Zentren</i>. Nach wie vor umstritten ist, ob diese Defekte auf der <i>Silizium</i>position auftreten (Fe<sup>4+</sup> ersetzt Si<sup>4+</sup>) oder auf Zwischengitterplätzen (Fe<sup>4+</sup> in einer normalerweise leeren Tetraederlücke in einem der sechsseitigen Kanäle der <a href="Quarz#Kristallstruktur" title="Quarz">Quarzstruktur</a>).
</p><p>Diese Defekte entstehen aus Defekten mit Fe<sup>3+</sup> in einer Tetraederlücke durch Bestrahlung (z.&nbsp;B. aus radioaktiven Zerfällen). Diese Strahlung entfernt ein Elektron aus dem Fe-Ion und ionisiert so Fe<sup>3+</sup> zu Fe<sup>4+</sup>. Die zur Erzeugung der Amethystfarbe nötige Strahlungsdosis wird z.&nbsp;B. in granitischen Gesteinen allein durch den Zerfall des natürlich vorkommenden <sup>40</sup>K-Isotops in etwa sechs Millionen Jahren erzeugt.
</p><p>Amethyste können auch durch Bestrahlung mit Gammastrahlung aus farblosen eisenhaltigen Quarzen erzeugt werden.
</p><p>Unter Einfluss von UV-Strahlen (z. B. aus Sonnenlicht) verlieren Amethyste recht schnell ihre Farbe.
</p><p>Beim Erhitzen verlieren Amethyste ihre Farbe ebenfalls. Sie entwickeln zumeist eine <a href="Citrin" title="Citrin">Citrinfärbung</a>, hervorgerufen durch submikroskopische Eisenoxidentmischungen, und seltener eine grüne Prasiolithfärbung oder werden ganz farblos.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bildung_und_Fundorte">Bildung und Fundorte</h2></div>


<p>Amethyst ist eine weit verbreitete Quarzvarietät; große und klare Exemplare, die sich zur Verarbeitung als <a href="Schmuckstein" title="Schmuckstein">Schmuckstein</a> eignen, sind auf vergleichsweise wenige Fundorte beschränkt. Vorkommen gibt es in <a href="Brasilien" title="Brasilien">Brasilien</a>, <a href="Uruguay" title="Uruguay">Uruguay</a>, Namibia, <a href="Madagaskar" title="Madagaskar">Madagaskar</a>, <a href="Russland" title="Russland">Russland</a>, <a href="Sri_Lanka" title="Sri Lanka">Sri Lanka</a> und <a href="Marokko" title="Marokko">Marokko</a>.
</p><p>Gut ausgebildete Kristalle findet man vor allem in Hohlräumen in <a href="Hydrothermal" class="mw-redirect" title="Hydrothermal">hydrothermalen</a> Adern und in vulkanischen Gesteinen. Häufig im Handel anzutreffen sind auch sogenannte Amethyst<a href="Druse_(Mineralogie)" title="Druse (Mineralogie)">drusen</a>, bei denen sich die Kristalle innerhalb eines Hohlraumes gebildet haben, umgeben von einer Schicht <a href="Chalcedon_(Mineral)" title="Chalcedon (Mineral)">Chalcedon</a>. Die schönsten Drusen stammen in aller Regel aus <a href="Brasilien" title="Brasilien">Brasilien</a> und Uruguay und können mehrere Meter hoch und tonnenschwer sein.<br>
Die im <a href="Guinness_World_Records" title="Guinness World Records">Guinness-Buch der Rekorde</a> von 2008 registrierte, bis dahin größte Amethyst-Druse misst 3&nbsp;m × 1,8&nbsp;m × 2,2&nbsp;m und wiegt 13&nbsp;Tonnen. Sie stammt ursprünglich aus Uruguay und ist im Shandong Tianyu Museum für Naturgeschichte in China ausgestellt.<sup id="cite_ref-Guinness_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Guinness-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Etwas größer, aber leichter ist die 2007 ebenfalls in Uruguay gefundene „<a href="Empress_of_Uruguay" title="Empress of Uruguay">Empress of Uruguay</a>“ mit einer Höhe von 3,27&nbsp;m und 2,5&nbsp;t Gewicht. Auch die aktuell größte Amethystdruse mit der Bezeichnung „One of the World’s Largest Amethysts“ wurde 2020 in Uruguay gefunden und stellt die bisherigen Rekorde mit einer Höhe von 5&nbsp;m, einen Durchmesser von 2,3&nbsp;m und einem Gewicht von 14&nbsp;t in den Schatten.<sup id="cite_ref-Rockseeker_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Rockseeker-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein bekannter deutscher Fundort sind die <a href="Edelsteinminen_Steinkaulenberg" title="Edelsteinminen Steinkaulenberg">Edelsteinminen Steinkaulenberg</a> in <a href="Idar-Oberstein" title="Idar-Oberstein">Idar-Oberstein</a>. Die einzigartige und bekannte blau-violette Färbung ist dort durch die Metalle im Bergmassiv gegeben. Nachdem in Brasilien riesige Lagerstätten gefunden und diese Kristalle auch gefärbt werden können, wurde der Bergbau im Steinkaulenberg eingestellt. Der Mineralabbau ist dort mittlerweile verboten. Die Fundstelle ist als Schaubergwerk zu besichtigen.
</p><p>Europas größtes Amethystvorkommen befindet sich bei der niederösterreichischen Stadt <a href="Maissau" title="Maissau">Maissau</a>. Die vor ca. 150 Jahren entdeckte Fundstelle des Amethyst von Maissau liegt etwa 60&nbsp;km nordwestlich von Wien, 1&nbsp;km nach der Ortschaft Maissau an der <a href="Horner_Stra%C3%9Fe" title="Horner Straße">Horner Straße</a> in Richtung Horn.
Das Vorkommen in Maissau weist einen gesicherten Verlauf von ca. 400&nbsp;m auf, davon ca. 40&nbsp;m im Schaustollen aufgeschlossen zugänglich, zeigt eine maximale Breite von 2&nbsp;m und steht nahezu senkrecht (Einfallen zwischen 80 und 90° nach SSW bzw. NNE).
Die ersten gezielten Grabungen fanden 1986 unter der Aufsicht des Krahuletz-Museums Eggenburg statt. Ab 1999 begann die systematische Freilegung des Ganges durch die Maissauer Amethyst-Gesellschaft (MAG).
Diese eindrucksvolle Offenlegung eines Amethystganges in der <a href="Amethystwelt_Maissau" title="Amethystwelt Maissau">Amethystwelt Maissau</a> ist weltweit einzigartig. Darüber hinaus kann eine Fortsetzung des Ganges über eine Strecke von 1&nbsp;km vermutet werden.
Ein weiteres reiches Amethystvorkommen ist seit dem 19.&nbsp;Jahrhundert im Umfeld des Friedhofes von <a href="Eggenburg" title="Eggenburg">Eggenburg</a> bekannt. Bereits <a href="Johann_Krahuletz" title="Johann Krahuletz">Johann Krahuletz</a> konnte hier wertvolle Funde tätigen.
</p><p>Im <a href="Erzgebirge" title="Erzgebirge">Erzgebirge</a> war Amethyst im Zusammenhang mit fast allen ehemaligen Erzlagerstätten zu finden. Die Hauptfundgebiete erstrecken sich entlang von zwei „säbelförmigen“ Störungen, die von NNW nach SSO verlaufen. Die Nordwestliche Ausdehnung geht etwa bis <a href="Geyer" title="Geyer">Geyer</a>, südöstlich erstreckt sich das Gebiet bis <a href="Pobershau" title="Pobershau">Pobershau</a>.
</p><p>Im Norden <a href="Finnland" title="Finnland">Finnlands</a> gibt es das Amethyst-Schaubergwerk <a href="Liste_von_Schaubergwerken#Finnland" title="Liste von Schaubergwerken">Lampivaara</a> im <a href="Nationalpark_Pyh%C3%A4-Luosto" title="Nationalpark Pyhä-Luosto">Nationalpark Pyhä-Luosto</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung_als_Schmuckstein">Verwendung als Schmuckstein</h2></div>


<p>Amethyst in Edelsteinqualität ist ein beliebter und weit verbreiteter <a href="Schmuckstein" title="Schmuckstein">Schmuckstein</a>, der für den Handel entweder in unterschiedlich facettierte Formen (<a href="Brillant" title="Brillant">Brillant</a>, <a href="Navette_(Schliffform)" title="Navette (Schliffform)">Navette</a>, Briolett) oder glatt als <a href="Cabochon" title="Cabochon">Cabochon</a> <a href="Schliff_(Schmuckstein)" title="Schliff (Schmuckstein)">geschliffen</a> wird.
</p><p>Als besonders wertvoll gelten dunkelviolette Steine. Daneben werden auch die Varietäten <a href="Ametrin" title="Ametrin">Ametrin</a> (Kombination von Amethyst und <a href="Citrin" title="Citrin">Citrin</a> in einem Stein) oder die violett-weiß gebänderte, undurchsichtige Varietät <a href="Amethystquarz" title="Amethystquarz">Amethystquarz</a> als Schmuckstein geschätzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Manipulationen,_Imitationen_und_Synthesen"><span id="Manipulationen.2C_Imitationen_und_Synthesen"></span>Manipulationen, Imitationen und Synthesen</h3></div>
<p>Durch <i>Brennen</i> von Amethyst (ca. 400&nbsp;°C) entsteht die gelbe bis goldene Färbung der Varietät <a href="Citrin" title="Citrin">Citrin</a>. Bei vielen der im Edelsteinhandel irreführenderweise verkauften „Gold- oder Madeira<a href="Topas" title="Topas">topase</a>“ handelt es sich in Wirklichkeit um gebrannte Amethyste. Bei einigen Amethysten erzeugt das Brennen auch einen grünlichen Farbton ähnlich dem <a href="Prasiolith" title="Prasiolith">Prasiolith</a>, als welcher der gebrannte Amethyst dann auch verkauft wird. In der Flamme verschwindet die Farbe manchmal aber auch ganz und es bleibt weißer Quarz übrig.
</p><p>Gebrannte Steine bekommen meist auch deutlich mehr Risse und Sprünge, die durch ihren Glanz auffallen. Oft zerplatzen auch die Kristallspitzen und Flächen. In der Regel werden nur Amethyste niedriger Qualität gebrannt, um sie so „aufzuwerten“. Es handelt sich hierbei um eine Bearbeitung, durch welche die Farbe mit Methoden verändert wird, die in der Natur identisch vorkommen, wobei keine wesentlichen Eigenschaften verändert werden. Ungebrannter Citrin ist meist nur hell gefärbt und hat als Rohstein immer eine bergkristallähnliche lange Form. Citrin bildet keine Drusen und ist auch um einiges seltener als Amethyst. Gebrannte Edel- und Schmucksteine müssen nicht als gebrannt deklariert werden, wenn eine dauerhafte Farbveränderung hervorgerufen wird.<sup id="cite_ref-Bruder_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-Bruder-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine billige, wenn auch nicht sehr haltbare Methode, Amethyst farblich aufzuwerten, ist die Behandlung mit <i>gefärbtem Wachs</i>, da sich Amethyst im Gegensatz zu <a href="Achat" title="Achat">Achat</a> nur oberflächlich färben lässt.<sup id="cite_ref-Bruder_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-Bruder-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seit dem <a href="20._Jahrhundert" title="20. Jahrhundert">20. Jahrhundert</a> werden <i><a href="Synthese_(Chemie)" title="Synthese (Chemie)">Synthesen</a></i> verschiedener Schmucksteine, so auch dem Amethyst hergestellt, die mit gemmologischen und mineralogischen Untersuchungsmethoden von natürlichen Amethysten unterschieden werden können, da sie gegenüber dem natürlich entstandenen Stein Strukturabweichungen aufweisen.<sup id="cite_ref-Bruder_3-2" class="reference"><a href="#cite_note-Bruder-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Für <a href="Modeschmuck" title="Modeschmuck">Modeschmuck</a> wird der Amethyst durch violettes Glas <i>imitiert</i> oder in zusammengesetzter Form als <a href="Schmuckstein#Dublette/Triplette" title="Schmuckstein">Dublette</a> angeboten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Esoterik">Esoterik</h2></div>
<p>Bereits <a href="Hildegard_von_Bingen" title="Hildegard von Bingen">Hildegard von Bingen</a> (1098–1179) beschrieb in ihrem „Buch von den Steinen“ unter anderem den Gebrauch von Amethyst als <a href="Heilstein" title="Heilstein">Heilstein</a> gegen Krankheiten wie Hautunreinheiten und Schwellungen, aber auch gegen Insekten-, Spinnen- und Schlangenbisse sowie gegen Läuse.<sup id="cite_ref-Bingen_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-Bingen-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-wissen-im-netz_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-wissen-im-netz-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In <a href="Esoterik" title="Esoterik">Esoterikerkreisen</a> wird der Amethyst ebenfalls als Heilstein in der Edelsteintherapie zur Unterstützung gegen Trunksucht und andere Süchte eingesetzt. Zudem werden ihm reinigende, inspirierende und Erkenntnis bringende Eigenschaften durch den Einfluss auf das <a href="Stirnchakra" class="mw-redirect" title="Stirnchakra">Stirnchakra</a> zugesprochen.<sup id="cite_ref-heilstein-guide_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-heilstein-guide-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wissenschaftliche Belege für solche Wirkungen existieren allerdings nicht, auch wenn gelegentliche Heilerfolge verzeichnet wurden, die allerdings dem <a href="Placebo" title="Placebo">Placeboeffekt</a> zugeschrieben werden.<sup id="cite_ref-Schumann_287-289_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-Schumann_287-289-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Amethystdrusen werden auch häufig zur sogenannten „energetischen Reinigung“ und „Aufladung“ anderer Heilsteine verwendet.
</p><p>Als <a href="Tierkreiszeichen" title="Tierkreiszeichen">Tierkreisstein</a> wird der Amethyst dem <a href="Fische_(Sternbild)" title="Fische (Sternbild)">Sternzeichen Fische</a>, anderen Quellen zufolge dem <a href="Sch%C3%BCtze_(Sternbild)" title="Schütze (Sternbild)">Sternzeichen Schütze</a> oder auch <a href="Steinbock_(Sternbild)" title="Steinbock (Sternbild)">Steinbock</a> zugeordnet. Für den Ausgleich des erwähnten Stirnchakra wird der Amethyst ebenfalls in Verbindung mit der Jungfrau genannt.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als Planetenstein ist er nach dem <a href="Neptun_(Planet)" title="Neptun (Planet)">Planeten Neptun</a> (Uyldert 1983, Raphaell 1987) beziehungsweise dem <a href="Pluto" title="Pluto">Pluto</a> (Richardson/Huett 1989) zugeordnet. Der Dichter <a href="Theodor_K%C3%B6rner_(Schriftsteller)" title="Theodor Körner (Schriftsteller)">Theodor Körner</a> ordnet den Amethyst in seinem Gedicht <i>Die Monatssteine</i> dem Monat <a href="Februar" title="Februar">Februar</a> zu. Zudem steht das Mineral einer Publikation von 1985 zufolge für den <a href="Donnerstag" title="Donnerstag">Donnerstag</a>.<sup id="cite_ref-Schumann_284-286_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-Schumann_284-286-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literarische_Rezeption">Literarische Rezeption</h2></div>
<p>Der Volksglaube an die rauschmindernde Wirkung des Amethyst findet seinen Ausdruck in <a href="Eduard_M%C3%B6rike" title="Eduard Mörike">Eduard Mörikes</a> Erzählung <i><a href="Das_Stuttgarter_Hutzelm%C3%A4nnlein#Das_Märchen_von_der_schönen_Lau" title="Das Stuttgarter Hutzelmännlein">Das Märchen von der schönen Lau</a></i>:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„<i>Er war gemacht aus einem großen Amethyst, des Name besagen will: wider den Trunk, weil er den schweren Dunst des Weins geschwinde aus dem Kopf vertreibt, ... darum ihn auch weltlich und geistliche Herren häufig pflegten am Finger zu tragen</i>“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Eduard Mörike</span>: <cite style="font-style:normal">Das Märchen von der schönen Lau</cite><sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Liste_der_Minerale" title="Liste der Minerale">Liste der Minerale</a></li>
<li><a href="Liste_mineralischer_Schmuck-_und_Edelsteine" title="Liste mineralischer Schmuck- und Edelsteine">Liste mineralischer Schmuck- und Edelsteine</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>August Nies: <i><a href="https://de.wikisource.org/wiki/RE:Amethystos" class="extiw external" title="s:RE:Amethystos">Amethystos</a>.</i> In: <i><a href="Paulys_Realencyclop%C3%A4die_der_classischen_Altertumswissenschaft" title="Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft">Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft</a></i> (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp.&nbsp;1828.</li>
<li>Walter Schumann: <cite style="font-style:italic">Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten der Welt. 1600 Einzelstücke</cite>. 13. überarbeitete und erweiterte Auflage. BLV Verlags-GmbH., München u. a. 2002, ISBN 3-405-16332-3, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>134&nbsp;(Amethyst&nbsp;und&nbsp;Amethystquarz)</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Amethyst&amp;rft.au=Walter+Schumann&amp;rft.btitle=Edelsteine+und+Schmucksteine.+Alle+Arten+und+Variet%C3%A4ten+der+Welt.+1600+Einzelst%C3%BCcke&amp;rft.date=2002&amp;rft.edition=13.+%C3%BCberarbeitete+und+erweiterte&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3405163323&amp;rft.pages=134+%28Amethyst+und+Amethystquarz%29&amp;rft.place=M%C3%BCnchen+u.+a.&amp;rft.pub=BLV+Verlags-GmbH." style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>George R. Rossman: <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">The Colored Varieties of the Silica Minerals</cite>. In: Peter J. Heaney, Charles T. Prewitt, Gerald V. Gibbs (Hrsg.): <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">Silica. Physical Behavior, Geochemistry and Materials Applications</cite> (=&nbsp;<cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">Reviews in Mineralogy</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>29</span>). Mineralogical Society of America, Washington, D.C. 1994, ISBN 0-939950-35-9, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>433–468</span> (englisch).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Amethyst&amp;rft.atitle=The+Colored+Varieties+of+the+Silica+Minerals&amp;rft.au=George+R.+Rossman&amp;rft.btitle=Silica.+Physical+Behavior%2C+Geochemistry+and+Materials+Applications&amp;rft.date=1994&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=0939950359&amp;rft.pages=433-468&amp;rft.place=Washington%2C+D.C.&amp;rft.pub=Mineralogical+Society+of+America&amp;rft.series=Reviews+in+Mineralogy" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Amethysts?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Amethyst</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Amethyst" class="extiw external" title="wikt:Amethyst">Wiktionary: Amethyst</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a href="https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Amethyst" class="extiw external" title="mineralienatlas:Amethyst">Mineralienatlas: Amethyst</a> (Wiki)</li>
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20171111053117/http://www.wissen-im-netz.info/mineral/lex/abc/a/amethyst.htm">www.wissen-im-Netz.info: <i>Mineralienlexikon – Amethyst</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 11. November 2017 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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